Pressemitteilung zu Biogasanlagen vom 26.01.2011

Die GRÜNEN im Kreisverband Bayreuth-Land sehen die fortschreitende Entwicklung der erneuerbaren Energien und damit auch der Biogasanlagen grundsätzlich positiv, meint Vorstandssprecherin Renate van de Gabel-Rüppel. Die Erzeugung der elektrischen Energie mit CO2-neutralen Methoden wie Windkraft, Photovoltaik, Biogas, Wasserkraft usw. bremst den Klimawandel und fördert die Unabhängigkeit Deutschlands von Rohstoffen wie Öl, Uran, Erdgas usw., welche auf dem Weltmarkt  gekauft werden müssen.

 

Biogasanlagen tragen ihren Teil zur Energieerzeugung bei, können aber aufgrund begrenzter Ackerflächen keine allzu große Rolle bei den erneuerbaren Energien spielen.

Die momentan übliche Betriebsweise und Förderung der Biogasanlagen kann in folgenden Beziehungen noch erheblich verbessert werden:

Die Abwärme der Biogasanlagen muss genutzt werden. Bei einer 200kW Anlage fällt mindestens nochmal dieselbe Wärmeleistung von 200kW als „Abfall“ an. Mit der Abwärme könnten Häuser, öffentliche Gebäude beheizt werden. Denkbar wäre auch eine Nutzung als Prozesswärme z. B. bei Trocknungsanlagen. Wird die Abwärme nicht verwendet, hat man das gleiche Problem wie bei Großkraftwerken, nämlich einen schlechten Gesamtwirkungsgrad.

Der Gärrest der Biogasanlagen braucht einen ausreichend dimensionierten Lagerplatz, um diesen zum günstigsten Zeitpunkt vor der Aussaat auf dem Acker auszubringen.

Die Anzahl der Biogasanlagen muss im Bezug zur benötigten Ackerfläche begrenzt werden. Wird die Fläche zu groß, dann konkurrieren die Anlagen mit unserem Anbau für Lebensmittel. Das darf auf keinen Fall sein! Der sich erhöhende Druck auf die Pachtpreise für Äcker zeigt, dass man dieses Szenario ernst nehmen sollte.

Das größte Verbesserungspotential sieht Johannes Hofmann vom Kreisverband Bayreuth-Land der GRÜNEN bei der Auswahl und den Anbaumethoden der Beschickungspflanzen für die Biogasanlagen. Der übermäßige Anbau von Mais kann die Böden auslaugen. Der Einsatz von Spritzmitteln beim konventionellen Anbau von Energiepflanzen schädigt die Natur und unser Grundwasser. Zusätzlich fehlt den Bienen und Wildtieren ihre Nahrungsgrundlage in diesen großen Maismonokulturen.

Die LWG (Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau) führt Versuche mit Mischungen aus mehrjährigen Wildpflanzen als Ergänzung zum Mais durch. Nach Auskunft von Martin Degenbeck von der LWG werden seit 2008 Versuche mit zwei grundsätzlich verschiedenen Pflanzenmischungen, aus jeweils 10-15 Arten, auf unterschiedlichen Böden,  durchgeführt.

Die erste Gruppe umfasst mehrjährige, einheimische Wildpflanzen, die zweite Gruppe besteht aus nichtheimischen Pflanzen. Diese Wildpflanzenmischungen werden wahrscheinlich nicht ganz das Ertragsniveau von Mais erreichen. Der Vorteil ist aber, dass diese Bestände durch ihre Blütentracht und Strukturvielfalt Bienen und Wildtieren Nahrung und Lebensraum bieten. Außerdem wird sehr wenig oder kein Pflanzenschutzmittel gebraucht. 

Die Forschung steht noch am Anfang; für die landwirtschaftliche Praxis werden also frühestens in 3 Jahren Mischungen zur Verfügung stehen. Bei den Varianten mit nichtheimischen Wildpflanzen wird das noch etwas länger dauern, weil noch nicht genügend Saatgut verfügbar ist.

 Die Bemühungen der LWG sind auf der Internetseite www.lwg.bayern.de  und auf www.lebensraum-brache.de zu sehen.