Pressemitteilung zum Windpark Schnabelwaid vom 06.03.2010

Pressemitteilung zum geplanten Windkraftanlagenstandort im Kitschenrain bei Schnabelwaid 

 

 

Die GRÜNEN im Landkreis Bayreuth-Land sehen die gute Entwicklung bei den erneuerbaren Energien grundsätzlich positiv. Speziell in Bayern ist der Windkraftanteil bei der Stromerzeugung aber noch weit unter den Möglichkeiten der bestehenden Windverhältnisse geblieben. Die Bayerischen Staatsforsten haben durch 130 Standortsicherungsverträge den Windanlagenbetreibern  Wälder zum Bau von Windkraftanlagen zur Verfügung gestellt. Das ist einerseits positiv, da nun genügend Flächen für WKAs vorhanden sind und umliegende Gemeinden einen ausreichenden Abstand zu den WKAs haben. Eine negative Seite ist der Eingriff in die Fauna und Flora des Waldes. Wälder, in denen spezielle, seltene oder gefährdete Pflanzen-, und Tierarten vorkommen, müssen im Zweifelsfall als WKA-Standort ausgeschlossen werden. Die Betreiberfirma muss nach dem Bayerischen Naturschutzgesetz anstelle der gerodeten Waldflächen Ausgleichsflächen bepflanzen. Dies kann wahlweise nach Wunsch des Landratsamtes auch ein Biotop sein. Im Kitschenrain sind nach Auskunft des stellvertretenden Forstleiters in Pegnitz Eduard Meyerhuber vorwiegend zu 90% Kiefern und der Rest Fichte/ Laubbäume. Der Baumbestand zeichnet sich im Durchschnitt  durch eine geringe Qualität und Wuchskraft aus. Bei den Tieren sind bisher auch keine gefährdeten Arten im Kitschenrain bekannt. Das Genehmigungsverfahren zum Bau der WKAs erfordert natürlich Gutachten zum Tier- und Pflanzenvorkommen, welche die  „Untere Naturschutzbehörde“ in Bayreuth überprüft.  In der Nähe der WKAs in Creußen konnten bisher keine durch Rotorkollisionen getöteten Vögel gefunden werden.  Die meisten unserer heimischen Vogelarten fliegen unterhalb oder knapp oberhalb der Baumkronen und nicht im höher gelegenen Rotorbereich. Das Grundwasser wird von den Enercon-Windkraftanlagen, welche getriebelos sind, nicht gefährdet. Der Betreiber ist verpflichtet, Rücklagen für den Rückbau der WKAs bei Laufzeitende oder eigenen Konkurs zu bilden.

Einflüsse auf den Menschen wie Schattenwurf und Schallimmissionen  sind aufgrund des geplanten Mindestabstands von 800m zu bebauten Flächen nicht zu befürchten. Erfahrungen durch die WKAs in Creußen belegen diese Erkenntnis. Die neu geplanten Anlagen Typ E-82 von der deutschen Firma Enercon haben auch einen deutlichen technischen Vorsprung gegenüber den älteren Anlagen in Creußen. Das Erscheinungsbild der hohen Windräder wiederum wird von einem technikbegeisterten Menschen vielleicht als eine „ästhetische Ingenieursleistung“ bezeichnet, andere sprechen von „Landschaftsverschandelung“. Da gehen die Empfindungen wohl weit auseinander. Für die Standorteignung des Kitschenrains sprechen die Höhenlage und die sehr gute Auslastung der nahen Creußener WKAs. Die Umweltbilanz der WKAs, auch in Hinblick auf den Klimawandel, ist im Vergleich zu herkömmlichen Großkraftwerken sehr gut, weil weder CO2-Emissionen (Kohlekraftwerke) noch strahlender Abfall (Atomkraftwerke) durch den Betrieb entstehen. Außerdem gibt es keine Folgekosten für die Endlagerung des strahlenden Abfalls, der bei dem Betrieb von Atomkraftwerken anfällt.  Erfreulich zeigt sich, dass die Zahl der Arbeitsplätze bei den erneuerbaren Energien auch im Wirtschaftskrisenjahr 2009 erhalten blieben und weiter angestiegen sind.

 

Fazit der Betrachtung über den Windkraftanlagenstandort Kitschenrain: Die GRÜNEN Bayreuth-Land sehen den Standort, nach fundierter naturschutzfachlicher Untersuchung zur Tierwelt des Kitschenrain,  zwar als geeignet an, würden es aber begrüßen, wenn die bayerische Staatsregierung bereits umweltbelastete Flächen, wie z. B. Flächen entlang der Autobahn A9 zusätzlich zur Verfügung stellen würde.